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Umzug nach Berlin: Was Stadtneulinge wissen sollten

Berlin denkt anders, Berlin ist anders. Hier einige Tipps für alle, die neu nach Berlin gezogen sind. Damit man sich in der Hauptstadt schneller zurechtfindet.

Berlin ist ein einzigartiger Kosmos. Hier ticken die Uhren anders und man könnte manchmal meinen, dass Berlin gar nicht in Deutschland liegt. Wer aus einer großen Stadt wie Hamburg nach Berlin zieht, wird diese feinen Unterschiede nicht bemerken. Wer aber noch nie in einer Millionenstadt gelebt hat, der wird sich daran gewöhnen müssen. Wir geben euch ein paar Tipps, wie ihr besser in Berlin ankommt.

Eine Wohnung in Berlin finden - Welcher Kiez empfiehlt sich?

Das Wo ist die entscheidende Frage vor jedem Umzug nach Berlin. Westen oder Osten? Im Ring oder lieber außerhalb? Berlin ist eine weitläufige Stadt, die sich auf 892 km² verteilt und somit zu den flächengrößten Gemeinden in Deutschland gehört. Seinen Kiez sollte man sich deshalb gut aussuchen.

Szeneviertel wie Friedrichshain, Kreuzberg, Prenzlauer Berg und natürlich Mitte und Charlottenburg sind nicht billig, bieten aber verschiedene Vorzüge, die Neuberliner irgendwann zu schätzen wissen. Ob Nachtleben, Kulinarik oder die Atmosphäre an einem schönen Sommer-Sonntag im Café - hier pulsiert das bunte, vielfältige Leben und genau das ist es, was viele Menschen in Berlin so lieben.

Aber auch fernab der populären Kieze finden sich tolle Gegenden und Wohnungen, die noch nicht dem Immobilienmarkt zum Opfer gefallen sind - und ebenfalls pulsieren oder gerade damit anfangen: Wedding, Moabit, Schöneberg, Tempelhof oder Neukölln zum Beispiel.

Ruhe und teils noch moderate Mieten - findet man aber im Plänterwald, in Schöneweide, an der Rummelsburg oder in Köpenick. Diese Kieze liegen etwas außerhalb bzw. im Grünen.

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Kieze in Berlin

Mit oder ohne Möbel?

Für Expats und internationale Studierende eher ungewohnt, für deutsche Stadtneulinge nichts Neues: Auf dem Berliner Wohnungsmarkt gibt es sowohl möblierte Zimmer und Wohnungen als auch solche ohne Mobiliar. Die eigene Wohnsituation und damit einhergehende Ansprüche geben hier Klarheit: Wer nur einige Monate in Berlin verweilt, braucht keine neue Einrichtung und kann in ein möbliertes Zimmer einziehen. Wer mit Berlin liebäugelt und dauerhaft bleiben möchte, sollte unmöblierte Wohnungen suchen und dies bei der Suche auch angeben. PS: Möbliert und komplett ausgestattet sind die Berliner Mikroapartments von SMARTments ebenfalls.

Anmeldung beim Bürgeramt: Die Geduldsprobe

Es führt kein Weg dran vorbei: Eine Anmeldung beim Bürgeramt ist nach dem Bundesmeldegesetz obligatorisch.

Das Problem: Jedes Jahr verzeichnet Berlin 40.000 neue Bürger und die Ämter sind stark überlastet. Am besten beantragt man deshalb drei Monate vorher einen Termin und erledigt diesen Behördengang per Online-Terminbuchung. Welche Unterlagen ihr benötigt und mitbringen müsst, erfahrt ihr auf dieser Seite: Termin beim Bürgeramt buchen. Dort könnt ihr direkt euren Stadtteil ansteuern und beim jeweiligen Bürgeramt einen Termin beantragen

Tipp:

Ihr müsst nicht zwingend beim Bürgeramt eures Stadtteils erscheinen, sondern könnt aufgrund der starken Auslastung die Anmeldung auch oft im Nachbarkiez erledigen. Fragt am besten direkt bei eurem Bürgeramt nach. Zudem bekommt ihr aus den gleichen Gründen etwas Nachsicht vom Amt geschenkt, da Terminanwärter*innen die gesetzlichen Fristen wegen der Überlastung meist nicht einhalten können.

Tegel, Schönefeld, Hauptbahnhof - aber kein BER

Das Thema haben viele Berliner schon längst vergessen oder verdrängt: Der BER. Dass das Projekt mehrmals im hohen Bogen gescheitert ist, lässt Touristen jedoch ebenso kalt. Sie müssen nur auf andere Verkehrswege ausweichen. Je nachdem in welchen Bereich der Stadt - sprich Kiez - die Reise gehen soll, sind verschiedene Verkehrsmittel empfehlenswert. Tegel liegt links oben, Schönefeld rechts unten. Der Hauptbahnhof ist gut, wenn man nicht gerade nach Friedrichshain, Kreuzberg oder Schöneweide möchte. Und wer mit dem Auto rein oder raus will, sollte genau auf das Timing achten. Im Berufsverkehr macht das Ankommen in Berlin nämlich nicht so viel Spaß.

Reisen in Berlin

Berliner Mundart: Icke und mir

Ja, die Berliner berlinern und sagen “Icke” und “Mir”. Vielleicht hattet ihr das Glück, das schon am Flughafen zu bemerken. Viele Wörter in diesem Dialekt sind selbsterklärend oder ihre Bedeutung kann man sich zumindest erschließen. Neulinge sollten dennoch ein paar Grundregeln lernen, um nicht auf die “Schnauze” zu fallen.

 

Zum Beispiel: Niemand bestellt Brötchen beim Bäcker, die kleinen weißen heißen stets Schrippen.Keiner bestellt Berliner, sondern Pfannkuchen. Und Biermischgetränke nennt man entweder Diesel (mit Cola) oder Radler (mit Zitronenlimo). Besser gleich eine Berliner Weiße ordern.

Typische Berliner Wörter

#BerlinerischDeutsch
1Allet in Budda!Alles ist in Ordnung
2AtzeGuter Freund
3BammelFurcht
4BeeneBeine
5Bis in die PuppenLange wach bleiben
6BoddnSchuhe
7DufteDas ist angenehm
8EtepeteteEingebildet sein
9FimmelMerkwürdige Angewohnheit
10FleeschFleisch
11FlitzpiepeNicht ernstzunehmende Person
12FußhupeKleiner Hund
13GlotzeTV
14GuscheMund
15HuscheKurzer Regenschauer
16JaartenGarten
17KehnaKeiner
18LulatschSchlaksiger Mann
19MennaMeiner
20OogenAugen
21PiepelKind
22PillepalleKleinkram
23RatzefummelRadiergummi
24SchrippeBrötchen
25Schniecke Schön
26UffmuckenJemanden ärgern
27Wa?Stimmts?
28WuschichVerwirrt

 

Berliner Umgangsformen: Wie du mir, so ick dir

Berliner Umgangsformen werden oft als ruppig oder sehr direkt beschrieben. Man kann morgens an der Bäckertheke stehen und sich den ersten Spruch einfangen. Die Berliner testen gerne die Grenzen des Gegenübers aus und scheuen sich nicht vor einer sehr direkten Ansprache, die in anderen Landesteilen als unhöflich empfunden werden würde. Glücklicherweise folgen die Berliner aber einer Regel: Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus. Auf Freundlichkeit reagieren sie ebenso freundlich. Andersherum gilt das jedoch auch.

Besondere Berliner Dos and Dont’s: Rolltreppen, Bürgersteige und Ampel

Berliner reagieren leicht genervt, wenn Neulinge die ungeschriebenen Regeln des hektischen Zusammenlebens noch nicht kennen. An Rolltreppen sollte man, wie in jeder Großstadt außer London, rechts stehen, damit Menschen, die es eilig haben, keine Zeit verlieren und man selbst nicht im Weg steht. Letzteres passiert häufig auch auf Bürgersteigen: Touristen und Nicht-Berliner bleiben unvermittelt stehen. Mitbürger sehen sich dann gezwungen auszuweichen oder laufen direkt in den Stau hinein.

An Ampeln kennen Berliner nur wenig Geduld: Wer hier fünf oder auch nur zwei Sekunden zu lange auf sein Smartphone geschaut hat, wird gnadenlos ausgehupt. Also: Augen auf und möglichst schnell reagieren im Straßenverkehr in Berlin.

Plus: Bitte beim Abbiegen auf Radfahrer achten und nicht in zweiter Reihe parken - sonst erwischt euch der klingelnde Zorn von noch größeren Verkehrsteilnehmern, den Trams!

Rush Hour Berlin
In Berlin darf nicht gebummelt werden.

Weiche Bürgersteige, Lärmbelästigung und Straßenspiele

Berlins Kieze können sehr schön zu Fuß erkundet werden. Allerdings gibt es so viele Minenfelder in Parks und auf Bürgersteigen, dass der Blick nach unten anzuraten ist.

Problematisch für viele Zugezogene ist auch die Lärmbelästigung - insbesondere in Szenekiezen wie Prenzlberg, Fhain oder X-Berg. Aus manchen Gegenden sollte man sich einfach fernhalten, wenn das Ruhebedürfnis wichtiger ist als alteingesessene Clubs und Kulturangebote.

Beim letzten Tipp geht es nicht um Lärm, sondern um Geld: Straßenspieler mit Schachteln und Hütchen bitte meiden. Du wirst ohnehin nicht erraten, wo die Münze ist, weil es ein abgekartetes Spiel ist und die Komplizen zwischen den Zuschauern stehen, um neue Opfer anzulocken.

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