Umzug nach Wien

Du hast dich entschlossen, nach Wien zu ziehen oder spielst gerade mit dem Gedanken daran? Glückwunsch, denn Wien ist eine schöne, kulturträchtige Stadt mit einer sehr hohen Lebensqualität. Doch es gibt allerhand vorzubereiten und zu beachten, wenn man hierhin ziehen möchte. Das Wichtigste haben wir für dich in diesem Artikel zusammengetragen.

Wiener Stadtteile

Die Stadt Wien ist in Stadtteilen unterteilt, die von innen (Stadtkern) nach außen nummeriert sind. Der 1. Bezirk befindet sich direkt im Zentrum und ist mit Preisen von circa 20 € pro Quadratmeter der Teuerste der Stadt. Der 11. Bezirk, der entsprechend weiter weg vom Zentrum gelegen ist, kostet mit ca. 8 €/qm noch am wenigsten. Ansonsten beträgt der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Wien um die 15 €/qm.

Wien ist damit günstiger als Städte wie München oder Paris und wurde acht Jahre hintereinander als die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität ausgezeichnet. Gründe dafür sind unter anderem der Nahverkehr und die Kultur- sowie Freizeitangebote.

ÖVPN und Fahrradfahren

Wien hat nicht nur ein sehr gut ausgebautes Fahrradverkehrsnetz, sondern überzeugt Studierende und Berufstätige gleichermaßen mit günstigen ÖVPN-Tickets. So kostet ein Monatsticket gerade mal 48,20 € und eine Jahreskarte 365 €. Preise, die man sich in Deutschland nur wünschen kann. Doch zurück zu den Fahrrädern: Nicht nur die Wege sind gut ausgebaut; die Stadt Wien bietet an 120 Stationen das Ausleihen von Rädern an. Die erste Stunde ist dabei gratis, ab der 2. Stunde zahlt man 1 € pro angebrochene Stunde. Das Auto muss man also nicht zwingend mit umziehen, man kommt auch ohne wunderbar in Wien zurecht.

Freizeitangebot

Bei der reichhaltigen Historie der Stadt Wien darf es nicht wundern, wie vielfältig das Kulturangebot für Bewohner und Touristen ausgelegt ist. Ob die Wiener Staatsoper, das kunsthistorische Museum oder Schloss Schönbrunn – hier gibt es immer etwas zu entdecken und erleben! Der Wiener Prater ist als Vergnügungspark mit seinen nostalgischen Fahrgeschäften bekannt. Was viele erstmal gar nicht wissen: Der Prater ist ebenso ein Erholungspark und verfügt über viele Sportanlagen.

Sei es zum Reiten, Fußballspielen oder Schwimmen. Das Areal beläuft sich auf ganze 6 Quadratkilometer, die definitiv einen Besuch wert sind. Und sei es, um sich das bekannte Riesenrad von 1897 anzuschauen.

Mehr Infos zu den 5 tollsten Sehenswürdigkeiten in Wien findest du hier!

Doch ist Wien auch sehr multikulturell, was sich an der bunten und internationalen Küche zeigt, die stark vertreten ist. Nebst dem Wiener Schnitzel und der Sachertorte gibt es also viel mehr Gaumenfreuden auszuprobieren, sobald man in Wien ist. Dafür sollte man lediglich die Augen offen halten. Viele urige Pubs, gemütliche Cafés und moderne Restaurants bieten ein Großangebot an Speisen aus der ganzen Welt an. Kaffeeliebhaber werden mit der Wiener Kaffeekultur ebenfalls auf ihre Kosten kommen: Die Melange, die lokale Kaffeespezialität, schmeckt zur Sachertorte genau so gut wie ein Cappuccino, Espresso, Mokka oder einem kleinen Braunen. Das Who

Das Who is Who der Wiener Kaffeespezialitäten

Kleiner Schwarzer: Mokka ohne Zucker und Milch

Großer Schwarzer: Ein doppelter kleiner Schwarzer

Kleiner Brauner: Mokka mit Schlagsahne verfeinert

Großer Brauner: Doppelter kleiner Brauner

Franziskaner: Verlängerter Mokka mit warmer Milch und Schlagsahne

Melange: Wie ein Franziskaner doch mit Milchhaube statt Schlagsahne 

Daneben lässt der Veranstaltungskalender der Stadt keine Wünsche offen. Wessen Herz für klassische Musik, das Theater und die Oper schlägt, wird hier viel zu tun haben. Schließlich ist Wien bekannt für Großveranstaltungen wie den Lifeball, den Opernball, das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und das Donauinselfest.

Nach Wien Umziehen

Wer von Deutschland nach Wien ziehen möchte, sollte sich vor Augen halten, dass er in ein anderes Land ziehen wird und entsprechende Vorkehrungen treffen muss. Doch ist es als Deutscher relativ problemlos, nach Österreich zu ziehen. Man muss nur einige Dinge beachten:

  • Um sich in Wien anzumelden, benötigt man eine Wohnung, die man im besten Fall über Zeitungsinserate oder das Internet gefunden hat. Hat man den Mietvertrag unterschrieben, muss man innerhalb von drei Tagen die Anmeldung in der jeweiligen Gemeinde vornehmen. Dafür benötigt man seine Geburtsurkunde, den Reisepass und den unterschriebenen Meldezettel des Vermieters. Diesen Meldezettel erhält man entweder im örtlichen Meldeamt oder im Internet.
  • Hat man das erledigt, muss man nun auf Jobsuche gehen, denn in Österreich gibt es die sogenannte Niederlassungsberechtigung für EU-Bürger erst, wenn dieser nachweisen kann, finanziell abgesichert zu sein. Dafür kann schon eine Rentenbescheinigung oder das Vorzeigen des Bankguthabens genügen.
  • Wer in Wien studieren gehen oder eine Ausbildung beginnen möchte, sollte über genügend finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung verfügen. Ein Job muss in diesem Fall nicht nachgewiesen werden. Selbstständige und Freiberufler weisen ihr Einkommen am besten auch über das Bankguthaben nach.
  • Der Antrag auf die Niederlassungsberechtigung muss innerhalb von vier Monaten bei den zuständigen Bezirkshauptmannschaften gestellt werden. Ebenso muss ein Nachweis über den Krankenversicherungsschutz vorgezeigt werden. Wer die Fristen nicht einhält, sollte mit einer Geldstrafe rechnen.
  • Möchte man sein Auto mitnehmen, kann man das Fahrzeug als Übersiedlungsgut zollfrei nach Österreich überführen lassen, solange es der privaten Nutzung dient. Achtung: Neufahrzeuge, die nicht älter als sechs Monate sind, werden bei der Einfuhr mit 20 % versteuert.
  • Nach der Anmeldung in Wien hat man einen Monat Zeit, das Auto umzumelden. Bis dahin darf man mit einem deutschen bzw. ausländischen Kennzeichen fahren. Wer diese Frist nicht einhält, sollte erneut mit einer Geldstrafe rechnen. Für die An- bzw- Ummeldung muss eine Haftpflichtversicherung belegt werden. Die Kosten für die Zulassung belaufen sich auf ungefähr 200 €.

Weitere Tipps

In Wien wird der Makler noch vom Mieter bezahlt, und zwar durch die Provision, die sich über 2 Monatsmieten berechnet. Kosten, die man vor dem Umzug definitiv einplanen sollte. Ansonsten empfehlen wir, sich mit dem Wiener Vokabular zu beschäftigen, bevor man umzieht. Denn in Österreich wird zwar deutsch gesprochen, doch Unterscheiden sich in Wien die alltäglichen Ausdrücke von den deutschen.

Also wundert euch nicht über Begrüßungen wie »Gnädige Frau« oder »Gnädiger Herr«, das ist die respektvolle Art des Wieners, um Hallo zu sagen. Genau so erfreuen sich die Begrüßungen »Grüß Gott« und »Habe d‘Ehre« noch hoher Beliebtheit. Der Stephansdom wird liebevoll »Steffl« genannt, der »Tunnelwurm« umschreibt die U-Bahn, die »Bim« und die »Tram« stehen für die Straßenbahn. Und auch »Pflasterhirsche« sowie »Gigerer« wird man in Wien häufiger antreffen, gerne in der Nähe der spanischen Hofreitschule, denn damit sind Pferde gemeint. Da sieht man oft, wie die »Droschke« (Kutsche) vom »Fiaker« (Kutscher) durch die Straßen Wiens geführt wird. Wer aufs WC muss, fragt nach dem »Häusl«, und wenn die Antwort »indisches WC« lautet, dann befindet sich das sogenannte Häusl jenseits des Ganges.

Ihr seht: Ein kleiner Schnellkurs in deutsch – wienerisch könnte durchaus hilfreich sein.